Kleine Objekte aus der Sprache

Am 18.11.2007 begann ich mit dem Auktionsprojekt

„Kleine Objekte aus der Sprache“

Als Plattform habe ich das Auktionsportal ebay gewählt, weil hier Sammler recherchieren, die in den verzweigten Spezialkategorien auf der Suche nach „bezahlbaren“ Kunstwerken sind. Zum Teil auch nach sog. Schnäppchen, wobei in manchen Fällen, Kunden bei Auktionen sogar mehr  zu zahlen bereit sind, als sie am traditionellen lokalen Verkaufsort hätten bezahlen müssen.

Dies geschieht u.a. durch den Charakter und die Psychologie der Auktion.

Wichtig beim Verkauf von Gegenständen jeglicher Art ist u.a. die „Marke“. Dies gilt sowohl für Kunst als auch für Devotionalien, Fanartikel und Konsumgüter wie Uhren, Schuhe  und Kleidung usw. Es ist ein Konformismus zu erwähnen, dass der zu ersteigernde Gegenstand von seiner Markenposition in einem ungleichen Verhältnis zu seinem tatsächlichen ursprünglichen Warenwert steht, d.h.  den Herstellungskosten und den tatsächlichen Rohstoffkosten. Und obwohl alle verdienenden Zwischenhändler ausgeschaltet werden, kein Marketing, kaum Lagerkosten, Mieten o. ä. anfallen, bestimmt nicht allein Angebot und Nachfrage den Preis, sondern letzlich die Marke und  deren Bekanntheitsgrad.

Die von Unternehmen aus dieser gewonnenen Einsicht hervorgegangenen Produkte sind mitunter inhaltlich kaum mehr an das ursprüngliche  Ausgangsprodukt gebunden.

Die bisher auffälligsten bzw. bekanntesten Ausformungen dieser Art bei Ebay war neben dem Verkauf des Pabstautos von Pabst Benedikt  sicherlich die Verkaufsaktion eines Ebayers, der ein ausgespucktes Kaugummi des Schauspielers „Bruce Willis“ zum Verkauf angeboten hatte.

Dies veranlasste mich dazu, die nur für Ebay entworfene Kunstaktion

„ Kleine Objekte aus der Sprache“

zu realisieren.

Ebay leitet auch unerfahrene Nutzer durch die virtuell bestmögliche Form der Warenanpreisung. Der Zustand bzw. die Qualität tritt zurück hinter Marke und Präsentationsform. Für mich eine Möglichkeit der Recherche, wie viel meine „Ware Kunst“ Kunden, die mich als Marke nicht wahrnehmen, wert ist.

Wichtig bei der Auktion waren für mich folgende messbare Ergebnisse.

  1. Die Zahl der Besucher auf der Auktionsseite
  2. Die Zahl der Beobachter in meinem Ebay-Verkaufsprofil
  3. Die Anzahl der Gebote
  4. Die Höhe der Gebote
  5. Die Anzahl der „Wiederholungsbieter“
  6. Die Qualität der Bewertungen
  7. Das informelle Feedback, jenseits von Ebay

Die Anzahl der versteigerten Objekte richtete sich nach der Dauer der Aktion, die für ein Jahr angelegt war. Jeden Monat wurde ein Objekt versteigert.

Die reine Verkaufsphase des Projekts dauerte 12 Monate, von November 2007 bis November 2008. Die Aufbereitung des Projekts sollte weitere drei bis vier Monate dauern. Zweck des Projekts war nie ein kommerzieller sondern immer ein rein künstlerischer, der seinen Sinn in sich selbst trägt. Dass die Interessenten, die zu Kunden wurden schließlich eines der 12 Objekte nun tatsächlich besitzen ist ein Umstand der ohne das Projekt selbst nicht möglich gewesen wäre.

Vielen Dank an alle, auch den Zweiflern, die mich bei der Realisierung des Projekts unterstützt haben.

Fotos und Objekte:  Andreas A. Koch

1. Nadel, die im Heuhaufen gefunden wurde

2. Nadelöhr, durch das noch kein Kamel gelaufen ist

3. Des Pudels Kern

4. Stein des Anstoßes

5. Häkchen was sich bei Zeiten gekrümmt hat

6. G-Punkt

7. Kissen, in das jemand gebissen hat

8. Haar, welches ich in einer Suppe gefunden habe

9. Apfel der nicht weit vom Stamm gefallen ist

10. Ein Licht das mir aufgegangen ist

11. Ein Licht welches hinter meinem Scheffel stand

12. Stein, der vom steten Tropfen ausgehöhlt wurde

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: